Objektivismus in einer Lektion

Wie der Philosoph Andrew Bernstein in einem Interview mit der Zeitschrift Axiomatic ankündigt, wird sein Buch Objectivism in One Lesson Anfang 2007 erhältlich sein. Das Manuskript soll von einem führenden Objektivisten wie Leonard Peikoff, Harry Binswanger oder Peter Schwartz editiert werden. Bernstein will mit seinem Buch deutlich machen, dass der Objektivismus bei jedem Thema konsequent die Vernunft und den menschlichen Geist unterstützt.
Update :  Das Buch (Objectivism in One Lesson )  ist schließlich im September 2008 erschienen

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Der Kapitalismus befreit den menschlichen Geist – Version II

The Capitalist Manifesto

The Capitalist Manifesto

Die Geschichte des Kapitalismus ist sicherlich mehr als eine Geschichte der Missverständnisse: sie ist eine Geschichte von bewußten Lügen und Verzerrungen. Durchgesetzt hat sich eine linke Mythologie, die nicht nur die akademische Diskussion beherrscht, sondern auch die Medien und die Wahrnehmung großer Teile der Bevölkerung.Dabei sollte es doch nach dem Elend, dem Terror und dem schließlichen Zusammenbruch der -meisten- sozialistischen Herrschaftssystem auf der einen Seite, und der grandiosen Vermehrung des Lebensstandards und dem steilen Anstieg der Lebenserwartung in den westlich-kapitalistischen Systemen auf der anderen Seite, ein leichtes sein, den humanen Charakter des Kapitalismus anzuerkennen. Das dies nicht so ist, sollte alle Anhänger eines Laissez-faire-Kapitalismus herausfordern, sich in die intellektuelle Debatte einzumischen und der Anerkennung der Fakten zum Durchbruch zu verhelfen. Der Philosoph Andrew Bernstein, der sich in der Tradition von Ayn Rands Philosophie des Objektivismus sieht, hat dies mit seinem Buch The Capitalist Manifesto in vorzüglicher Weise getan.

Der Kapitalismus, daran läßt Bernstein keinen Zweifel, ist das System, das auf der Anerkennung der Individualrechte basiert, mit einer Regierung, deren einziger Zweck es ist, diese Rechte zu verteidigen. Diese Individualrechte bestehen aus dem Recht, seinem eigenen Urteil entsprechend handeln zu können, unter Beachtung der Rechte anderer Personen, die nicht verletzt werden dürfen. Die Quelle dieser Rechte sind nicht übernatürliche Phantasien oder soziale Konventionen, sondern ihr Ursprung liegt im Gesetz der Identität, wie Ayn Rand es so eloquent in ihrem Roman Atlas Shrugged formulierte: “A gleich A – und Mensch ist Mensch. Rechte sind Existenzbedingungen, gefordert durch die Natur des Menschen zum Zwecke seines eigenen Überlebens.” Als potenzielle Rechtsverletzer kommen Privatpersonen in Frage, die als Kriminelle gegen das Eigentum, das Leben und die Gesundheit von rechtstreuen Bürgern vorgehen, aber vor allem die eigene Regierung, die das Gewaltmonopol innerhalb eines bestimmten geographischen Raumes innehat: “Eine diktatorische Regierung ist eine weitaus schlimmere Bedrohung für die Menschen als ein gewöhnlicher Krimineller.” Aus der Verpflichtung der Regierung, die Individualrechte zu schützen, ergibt sich zum Beispiel auch die Notwendigkeit, die militärische Verteidigung eines Landes ausschließlich mit Freiwilligen zu organisieren, ohne die Anwendung einer Wehrpflicht. Auch darf es nicht Aufgabe der Regierung sein, erwachsene Personen von Handlungen abzuhalten, die irrational oder selbstzerstörerisch sein können, die aber keine Anwendung von Gewalt gegen andere Personen implizieren. Nur durch die direkte Anwendung physischer Gewalt oder indirekt in der Form von Betrug können Menschen davon abgehalten werden, ihrem eigenen Urteil im Streben nach ihrem persönlichen Glück zu folgen. Der Kapitalismus erfordert deshalb als ein moralisches Prinzip ein umfassendes Verbot der Initierung von Gewalt. Ein solches System der konsequenten Verteidigung der Individualrechte, stellt Bernstein fest, hat es in der Geschichte bisher nicht gegeben. Es waren die Nordstaaten des USA am Ende des 19. Jahrhunderts, die diesem Ideal bisher am nähsten gekommen sind (Bernstein erwähnt nicht explizit, weshalb die Südstaaten diesem Ideal nicht annähernd entsprechen konnten, wie es etwa Ayn Rand 1977 im Ford Hall Forum tat: “Der Süden war nie ein Beispiel für Kapitalismus; er war eine landwirtschaftliche, feudale Gesellschaft.”).
Es ist zentral für ein richtiges Verständnis des Kapitalismus” schreibt Bernstein, “dass seine philosophische Essenz unterschieden wird von den mangelhaften historischen Versuchen, sie zu implementieren.” Ein damit zusammenhängendes Missverständnis besteht aus dem Versuch, aus dem Verhalten von individuellen Kapitalisten die Natur des Kapitalismus abzuleiten. Ebenso falsch wäre es, aus den mörderischen Aktivitäten von Diktatoren wie Hitler oder Stalin auf die Natur von Staaten zu schließen (Hitler und Stalin repräsentieren die Natur des Etatismus). Weder die Geschichte des Kapitalismus noch die Handlungen der Kapitalisten vermögen die fundamentale Natur des Systems zu verändern: kein Konsensus unter den Unternehmern könnte zum Beispiel etwas an der Natur von Zöllen ändern. Bernstein prägt für diese Versuche der Vermischung von historischen Fakten mit der Essenz des Kapitalismus den Begriff “empiristischer Fehler”. Der Kapitalismus ist aber nicht nur ein moralisches System, sondern aus seiner Moralität erwächst auch seine praktische überlegenheit gegenüber allen anderen Gesellschaftssystemen: “Der Kapitalismus schätzt das unveräußerliche Recht des Individuums auf sein Leben, und ist deshalb das einzig moralische System. Weil er die Rechte und den Geist von allen Individuen respektiert, kann er einen gewaltigen Reichtum schaffen, und ist deshalb das einzig praktische System.”

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Der Kapitalismus als Revolution – der Sozialismus als Konterrevolution

In seinem Buch The Capitalist Manifesto weist der Autor Andrew Bernstein auf einen grundlegenden Denkfehler der meisten Kritiker des Kapitalismus – und vieler seiner Anhänger – hin:
“Der Kapitalismus ist die Revolution, die Befreiung der kreativen menschlichen Geisteskraft von Jahrhunderten des Feudalismus und anderer Formen des Etatismus. Der nachfolgende sozialistische Ansturm auf den Kapitalismus konstituiert eine etatistische Gegenrevolution gegen den Geist, passenderweise angeführt von Marx und seinen Erben, philosophischen Materialisten, die den Wert des Geistes leugnen (sogar seine Existenz) und die die manuelle Arbeit preisen – die Funktionen des Körpers – als die Quelle der ökonomischen Produktion.” (S. 159)

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Der Kapitalismus befreit den menschlichen Geist – Version I

capman1.gifDie Geschichte des Kapitalismus ist sicherlich mehr als eine Geschichte der Missverständnisse: sie ist eine Geschichte von bewußten Lügen und Verzerrungen. Durchgesetzt hat sich eine linke Mythologie, die nicht nur die akademische Diskussion beherrscht, sondern auch die Medien und die Wahrnehmung großer Teile der Bevölkerung.Dabei sollte es doch nach dem Elend, dem Terror und dem schließlichen Zusammenbruch der -meisten- sozialistischen Herrschaftssystem auf der einen Seite, und der grandiosen Vermehrung des Lebensstandards und dem steilen Anstieg der Lebenserwartung in den westlich-kapitalistischen Systemen auf der anderen Seite, ein leichtes sein, den humanen Charakter des Kapitalismus anzuerkennen. Das dies nicht so ist, sollte alle Anhänger eines Laissez-faire-Kapitalismus herausfordern, sich in die intellektuelle Debatte einzumischen und der Anerkennung der Fakten zum Durchbruch zu verhelfen. Der Philosoph Andrew Bernstein, der sich in der Tradition von Ayn Rands Philosophie des Objektivismus sieht, hat dies mit seinem Buch The Capitalist Manifesto in vorzüglicher Weise getan.

Dabei verbindet er die Darstellung der unbestreitbaren, dem menschlichen Leben dienenden Resultate des Kapitalismus, mit einer Präsentation seiner moralischen Überlegenheit gegenüber allen anderen System: “Der Kapitalismus schützt das unveräußerliche Recht des Individuums auf sein Leben, und ist deshalb das einzig moralische System. Weil er die Rechte und den Geist von allen Individuen respektiert, kann er einen gewaltigen Reichtum schaffen, und ist deshalb das einzig praktische System.” Bernstein ist die Präsentation dieser Verbindung des Praktischen und des Moralischen im System des Kapitalismus durchaus nicht leicht gefallen, auch wenn man von einem objektivistischen Philosophen dies erwarten könnte. Bernstein räumt dies selbst ein, wenn er in einem Interview mit der Zeitschrift “Axiomatic” schildert, wie der Historiker John Ridpath auf Bernsteins Manuskript reagiert hat, von dem dieser eigentlich annahm, dass es fertig sei. Ridpath kritisierte, dass das Buch “stark empiristisch” sei, d. h. faktische Daten seien vorherrschend gewesen, die aber nicht genügend philosophisch erklärt seien. Bernstein nahm diese Kritik an und schrieb das komplette Manuskript noch einmal um, was ihm ein weiteres Jahr an Arbeit einbrachte, um das Buch schließlich zu dem werden zu lassen, wie es jetzt dem Leser vorliegt. Man sollte sich allerdings nicht abschrecken lassen von der -unzutreffenden- Erwartung eines verwirrenden und schwer zugänglichen philosophischen Traktats, denn Bernstein schreibt eingänglich – auch in den philosophischen Passagen des Buches -, sodass das Buch keineswegs auf philosophisch vorgebildete Leser begrenzt bleiben dürfte. Dabei sollte man allerdings festhalten, dass der Titel des Buches wohl mehr einem Marketingdenken geschuldet sein dürfte, denn eigentlich ist es eine Hommage an die Größe des menschlichen Geistes, den der Kapitalismus aus den Fesseln der etatistischen Regime der Vergangenheit befreit hat. Der Kapitalismus, daran läßt Bernstein keinen Zweifel, ist das System, das auf der Anerkennung der Individualrechte basiert, mit einer Regierung, deren einziger Zweck es ist, diese Rechte zu verteidigen. Diese Individualrechte bestehen aus dem Recht, seinem eigenen Urteil entsprechend handeln zu können, unter Beachtung der Rechte anderer Personen, die nicht verletzt werden dürfen. Als potenzielle Rechtsverletzer kommen Privatpersonen in Frage, die als Kriminelle gegen das Eigentum, das Leben und die Gesundheit von rechtstreuen Bürgern vorgehen, aber vor allem die eigene Regierung, die das Gewaltmonopol innerhalb eines bestimmten geographischen Raumes innehat: “Eine diktatorische Regierung ist eine weitaus schlimmere Bedrohung für die Menschen als ein gewöhnlicher Krimineller.” Aus der Verpflichtung der Regierung, die Individualrechte zu schützen, ergibt sich zum Beispiel auch die Notwendigkeit, die militärische Verteidigung eines Landes ausschließlich mit Freiwilligen zu organisieren, ohne die Anwendung einer Wehrpflicht. Auch darf es nicht Aufgabe der Regierung sein, erwachsene Personen von Handlungen abzuhalten, die irrational oder selbstzerstörerisch sein können, die aber keine Anwendung von Gewalt gegen andere Personen implizieren. Nur durch die direkte Anwendung physischer Gewalt oder indirekt in der Form von Betrug können Menschen davon abgehalten werden, ihrem eigenen Urteil im Streben nach ihrem persönlichen Glück zu folgen. Der Kapitalismus erfordert deshalb als ein moralisches Prinzip ein umfassendes Verbot der Initierung von Gewalt. Ein solches System der konsequenten Verteidigung der Individualrechte, stellt Bernstein fest, hat es in der Geschichte bisher nicht gegeben. Es waren die Nordstaaten des USA am Ende des 19. Jahrhunderts, die diesem Ideal bisher am nà �hsten gekommen sind (Bernstein erwÃ�hnt nicht explizit, weshalb die SÃ�dstaaten diesem Ideal nicht annÃ�hernd entsprechen konnten, wie es etwa Ayn Rand 1977 im Ford Hall Forum tat: “Der SÃ�den war nie ein Beispiel fÃ�r Kapitalismus; er war eine landwirtschaftliche, feudale Gesellschaft.”) . Bernstein liefert im Rahmen seiner Arbeit keine Analyse anarcho-kapitalistischer Theorien, die die Idee propagieren, konkurrierende Schutzagenturen an die Stelle eines finalen Schiedsrichters in Form des Staates treten zu lassen, aber Ayn Rand selbst hat nie einen Zweifel darÃ�ber aufkommen lassen, dass sie derartige Ideen als inkompatibel mit ihrer Philosophie ansieht: “Das ist ein unverantwortlicher Haufen Unsinn. Das ist die einzige Antwort, die die Frage verdient.””Es ist zentral fÃ�r ein richtiges VerstÃ�ndnis des Kapitalismus” schreibt Bernstein, “dass seine philosophische Essenz unterschieden wird von den mangelhaften historischen Versuchen, sie zu implementieren.” Ein damit zusammenhÃ�ngendes MissverstÃ�ndnis besteht aus dem Versuch, aus dem Verhalten von individuellen Kapitalisten die Natur des Kapitalismus abzuleiten. Ebenso falsch wÃ�re es, aus den mÃ�rderischen AktivitÃ�ten von Diktatoren wie Hitler oder Stalin auf die Natur von Staaten zu schließen (Hitler und Stalin reprÃ�sentieren die Natur des Etatismus). Weder die Geschichte des Kapitalismus noch die Handlungen der Kapitalisten vermÃ�gen die fundamentale Natur des Systems zu verÃ�ndern: kein Konsensus unter den Unternehmern kÃ�nnte zum Beispiel etwas an der Natur von ZÃ�llen Ã�ndern. Bernstein prÃ�gt fÃ�r diese Versuche der Vermischung von historischen Fakten mit der Essenz des Kapitalismus den Begriff “Empiristischer Fehler”. Zum Studium der Natur des Kapitalismus verweist Bernstein auf die Periode der AufklÃ�rung: “Der Kapitalismus wurde geboren wÃ�hrend dieser Periode, die Prinzipien der AufklÃ�rung bilden seine Essenz.”

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Amerika als Kind der Aufklärung

Der Philosoph Andrew Bernstein hat in einem Interview in dem neuen objektivistischen Internetmagazin Axiomatic (mittlerweile eingestellt) der Religion die Fähigkeit abgesprochen, eine Basis für individuelle Rechte und Freiheit zu bieten. Religion sei im Grunde eine “philosophische Phantasie”: “Sie hebt jedes zentrale Prinzip auf, das das Leben des Menschen auf der Erde erforderlich macht.”

Axiomatic: Die Verteidiger der Religion werden sagen: “Seht auf die amerikanische Geschichte. Amerika wurde gegründet auf religiösen Prinzipien.”

Bernstein: Sie sagen es, und sie irren sich. Ayn Rand hat darauf hingewiesen, dass Amerika auf den Prinzipien der Aufklärung des 18. Jahrhunderts basiert. Dies ist eine Tatsache, die praktisch unbekannt ist. Es ist kein Zufall, dass sowohl die amerikanische Republik wie auch der Kapitalismus als ein politisch-ökonomisches System, das System der Individualrechte, während des 18. Jahrhunderts geboren wurde, während der Aufklärung. Es war diese Periode, wo zum ersten Mal, oder vielleicht zum ersten Mal seit der Zeit des klassischen Athen vor 2000 Jahren, die Kultur sich der Vernunft zuneigte und nicht dem Glauben. (…) Wenn Sie also nur 30 Sekunden Zeit haben, um mit einer aufrichtig religiösen Person zu argumentieren, dann weisen Sie darauf hin, dass die Religion nicht einzigartig ist für die Kultur des 18. Jahrhunderts, die Amerika und den Kapitalismus hervorgebracht hat. Die Kultur der Aufkärung war es.

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Das kapitalistische Manifest

andrew_bernstein.jpg Wichtiger Lesehinweis für alle Freunde des Objektivismus: Im September erschien Andrew Bernsteins Buch The Capitalist Manifesto: The Historic, Economic and Philosophic Case for Laissez-Faire. Bestellungen sind über Amazon.de möglich. Einen längeren Auszug aus dem Buch gibt es im “Capitalism Magazine” (hier). Auf solohq.com hat Edward E. Younkins eine Besprechung des Buches von Bernstein veröffentlicht. Eine Besprechung von Robert Tracinski gibt es hier.

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